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Wem der erste Punkt bereits einleuchtet, kann gerne die Lektion überspringen.
Bisher haben wir eine Tonleiter immer nur als einen Raum von acht Tönen betrachtet. In C-Dur sind das die Töne von C bis c. Innerhalb eines so begrenzten Notenraumes wären Lieder sehr einfach zu singen, aber auch langweilig.
Wie schon der jeweils letzte Ton in den vorausgehenden Tonleitern andeutet, gibt es jeden Ton in verschiedenen Lagen. Wir sehen den Grundton C (erster Ton), der dann wieder als achter Ton auftaucht. Wie man sich denken kann, geht es ab dort wieder weiter - die Tonleiter wiederholt sich. Man ist jetzt in einer höheren Lage oder in einer anderen Oktave. Der Begriff Oktave steht für den Abstand - das Interval - zwischen dem ersten und achten Ton einer Tonleiter. Man verwendet ihn auch für den entsprechenden Notenraum.
Um mehr als eine Oktave auf der Seite unterzubringen quetschen wir mal die C-Dur-Tonleiter etwas zusammen und stellen drei Oktaven dar. Um den gleichen Ton in unterschiedlichen Oktaven namentlich unterscheiden zu können, werden die Buchstaben groß, klein und mit Strichen versehen dargestellt. Dazu aber mehr im nächsten Abschnitt. Hier erst mal die C-Dur-Tonleiter über drei Oktaven:
C D E F G A B c d e f g a b c' d' e'f' g' a' b'c"
| | | |
|------ 1. Oktave ------|------ 2. Oktave ------|------ 3. Oktave ------|
(Große Oktave) (kleine Oktave) (eingestrichene Oktave)
(Drei Oktaven mit Benennung nach Helmholz)
Die einzelnen Oktaven sowie die darin enthaltenen Töne werden leider nach sehr unterschiedlichen Konventionen benannt. Es sollte reichen, das System nach Hermann von Helmholz und, besonders im internationalen Umfeld, die wissenschaftlichen Bezeichnungen zu kennen.
Im Folgenden eine Zusammefassung der wichtigsten Oktaven für Wissbegierige. Keine Angst: Man muss sich das nicht wirklich merken und kann es nachschlagen, wenn es mal wichtig werden sollte.
| Oktav-Name: Deutsch Englisch |
Töne technisch |
Töne n. Helmholtz |
Beispiele / Hinweise | Dreigestrichene 3-lined |
C6 bis B6 | c''' bis b''' | ab 1046,50 Hz |
|---|---|---|---|
| Zweigestrichene 2-lined |
C5 bis B5 | c'' bis b'' | »hohes C« (Tenor) |
| Eingestrichene 1-lined |
C4 bis B4 | c' bis b' | Sog. »mittleres C« und Kammerton (a') |
| Kleine Small |
C3 bis B3 | c bis b | Basis der Tenor-Singstimme |
| Große Great |
C2 bis B2 | C bis B | Tiefe E-Saite der Gitarre |
| Kontra Contra |
C1 bis B1 | ,C bis ,B | |
| Subkontra Sub Contra |
C0 bis B0 | ,,C bis ,,B | ab 16,36Hz (z.T. nicht hörbar) |
Die Tabelle zeigt nur Oktaven, die für den Musiker relevant sind. Es gibt im Bassbereich auch noch die Subsubkontra-Oktave (engl. Double Contra) von ,,,C (C-1) bis ,,,B (B-1), die für das menschliche Ohr nicht hörbar ist. Ebenso nicht in der Tabelle ist der Tonraum oberhalb der dreigestrichenen Oktave, weil bestenfalls Piccolo-Flöten oder besondere elektronische Effekte Töne in der viergestrichenen Oktave (c'''' bis b'''', d.h. C7 bis B7) erzeugen können.
Zur Orientierung: Der Tonumfang der Gitarre beginnt in der großen Oktave, der Bass in der Kontraoktave. Piccoloflöten beginnen erst in der zweigestrichenen Oktave. Wenn die drei jetzt die C-Dur-Tonleiter zusammen spielen, dann hören wir vielleicht die folgenden Töne:
Flöte c" d" e" f" ... Git. c d e f ... Bass C D E F ...
Damit man eine Vorstellung hat, in welchen Oktaven sich verschiedene Stimmen oder Instrumente bewegen, hier mal eine kleine Übersicht:
Sopran-Stimme c' bis a" Alt-Stimme e bis e" Tenor-Stimme c bis a' (*) Bass-Stimme F bis f' Gitarre E bis b" (*)
(*) Hinweis für Notisten: Angaben wie klingend. Tenor-Stimme und Gitarre werden eine Oktave höher notiert, damit sind sie im Violinschlüssel besser zu lesen.
Das ganze Thema soll nun nicht verunsichern. Für unsere Harmonielehre ist es nur am Rande von Bedeutung. Wichtig ist nur zu verstehen, dass eine Tonleiter über mehrere Oktaven geht.