Falls Du, lieber Leser, alle Lektionen durchgelesen, verstanden und vielleicht auch an einem Instrument nachvollzogen hast, dann hast Du jetzt eine sehr gute Basis. Viele Musiker überleben mit weitaus weniger Fachwissen. Die Anwendung - und vielleicht sogar der Ausbau - des hier Erlernten ist nun Deine Sache. Dazu muss ich unten noch zwei Dinge mit auf den Weg geben:
Erstens, dass gute und komplexe Harmonien in jeder Musikrichtung auftauchen können, und zweitens dass es dem Zusammenwirken mit anderen Musikern gut tut, wenn man die sprachlichen Gepflogenheiten je nach Stilrichtung und Nationalität kennt. Aber der Reihe nach ...
Ob Klassik, Rock, Reggae, Volksmusik oder Jazz: Die Töne sind letzten Endes immer dieselben und alle hier vorgestellten Harmonien tauchen in jedem dieser Genres auf. Ob ein verminderter Akkord nun in einer klassischen Komposition aus dem 19. Jahrhundert verwendet wird, in einem Blasmusik-Satz rheinischer Stimmungslieder oder Akkordsolo eines Jazz-Gitarristen: Die Töne sind die gleichen. Übrigens erlaubt auch jedes Genre anspruchsvolle Harmoniegestaltung. Wer sich einmal gute Schlager-Arrangements angeschaut und angehört hat, wird wissen, dass Jazz und Klassik kein Patent auf interessante Harmonien haben. Lange bevor Jazzer grausam, überheblich und akademisch dem gewöhnlichen Dur-Akkord den Kampf ansagten, verzauberten Arrangeure von Schlager- und Bigband-Musik bereits die Herzen mit geschmackvoll eingesetzten verminderten und erweiterten Akkorden.
So, von hier aus kann man nur noch auf weiterführende Literatur verweisen. Wer es in Sachen Jazz genau wissen will, kann ja mal nach Herrn Axel Jungbluth suchen. Aber gewiss haben auch andere Leute für dieses oder andere Genres gute Bücher oder Online-Tutorials zu bieten.
Bei aller Theorie darf man aber eines nie vergessen:
Musik wird mit den Ohren gemacht!
In diesem Sinne: Viel Spaß beim spielen und (zu-) hören.